Schlagwort-Archive: Bruchgold Wien

INFO-ABEND | FAIRES GOLD

INFO-ABEND | FAIRES GOLD

Im Rahmen der Wiener Schmucktage 2016 fand in der EVENTGALERIE NIKL ein Informationsabend statt, der ganz im  Zeichen von „Fairem Gold“ stand.

Frau Ariane Reither, die eine geführte Tour organiserte, eröffnete die Veranstaltung mit sehr herzlichen Worten und einem Streifzug durch die Geschichte unseres Unternehmens.

Besonders freute uns, Herrn Dr. Felix Hruschka von der Alliance for Responsible Mining (ARM), begrüßen zu dürfen. Seine Organisation verleiht das Gütesiegel Fairmined. Seit 2016 sind auch wir Lizenzpartner von Fairmined.

Nach einigen Begrüßungsworten erläuterte Stefan Nikl den Hintergrund und die Motivation mit ausschließlich fairem Gold zu arbeiten und zeigte auch die aktuellen Bezusquellen der benötigten Rohstoffe.
In der Folge informierte Dr. Hruschka  mit einer umfangreichen Präsentation über aktuelle Projekte und langfristige Zielsetzungen der ARM.
Im Anschluss beantwortete er Fragen des sehr interessierten Publikums. Ehe der Abend bei Erfrischungen und angeregten Gesprächen ausklang, führte unsere Mitarbeiterin Christina Reinisch die Gäste in die Werkstätte und bot so einen Einblick in unsere Fertigungstechniken.
Sollten Sie weitere Informationen zum Thema „Faires Gold“ wünschen, finden Sie diese auch auf unserer News-Seite: www.nikl.at/faires-gold

Wir bedanken uns bei Frau Ariane Reither und Dr. Felix Hruschka  für Ihr Bemühen und unseren Gästen für Ihren Besuch sehr herzlich!

© Hasenzagel/Knaack/Lux, Courtesy of WIENER SCHMUCKTAGE

Was beim Alt- & Bruchgoldverkauf zu beachten ist

Der ansteigende Goldpreis hat dazu geführt, dass viele Schmuckbesitzer ihr Altgold veräußern.
Dies erscheint bei der Fülle an „Bestpreis-Angeboten“ oft sehr lukrativ. Doch sollte man gerade bei diesen Angeboten besonders vorsichtig sein –
auch ein Test den das Magazin „KONSUMENT“ im Dezember 2010 durchgeführt hat, zeigt die sehr große Schwankungsbreite der Angebote deutlich auf.

 

Legierungen und Feingehalte

Da Gold nur in Ausnahmefällen in reinem Zustand verarbeitet wird, finden sich im Handel unterschiedlichste Legierungen.
Diese Legierungen stellen Gemische von verschiedenen Metallen dar, die durch ihre Zusammensetzung besondere physikalische Eigenschaften aufweisen.
Der prozentuelle Anteil des Edelmetalls wird als Feingehalt bezeichnet und unterliegt im Schmuckbereich den amtlichen Vorgaben des Punzierungsgesetzes.
Als Legierungsmetalle werden zumeist Silber, Kupfer, Palladium und einige andere mehr eingesetzt. Bei Platinlegierungen kommen zB. Kupfer, Cobalt, Iridium und Wolfram zum Einsatz.

Auf Schmuckstücken ist – in den meisten Fällen – der Feingehalt in Promille als dreistellige Zahl zu finden.
Da seit dem Jahr 2000 die amtliche Punzierung durch die Verantwortung des Erzeugers bzw. Importeurs ersetzt wurde, ist auch hier besondere Vorsicht geboten.

So können etwa bei privat importierten Schmuckstücken irreführende bzw. irrtümlich falsch angebrachte Stempelungen auftreten.
Altgold sollte immer vom Fachmann auf den Feingehalt untersucht werden. Dies gilt besonders für jene Gegenstände, die keine Amtspunze aufweisen.
Die bis 2000 in Österreich angebrachten amtlichen Punzierungszeichen haben natürlich auch heute noch ihre Gültigkeit.

Die Prüfung des Feingehalts

Um den Feingehalt feststellen zu können, gibt es mehrere Methoden. Für den raschen Test haben sich die Säure- und die Strichprobe aufgrund ihres geringen Aufwands in der täglichen Praxis durchgesetzt.

Genaueste Ergebnisse liefern die Kupellation, auch „Feuerprobe“ genannt, sowie die Spektralanalyse. Beide Verfahren erfordern einen weitaus höheren Aufwand bzw. hochtechnische Geräte. Letztere gilt als zerstörungsfrei und wird hauptsächlich bei Begutachtung von Juwelen eingesetzt und kann auf Wunsch bei Scheideanstalten durchgeführt werden.

Bei der Strichprobe wird zunächst der zu testende Gegenstand vorsichtig, an einer möglichst unempfindlichen Stelle angefeilt. Dies geschieht um eine Oberflächenbehandlung (Vergoldung) auszuschließen zu können. Danach wird mit dem Gegenstand ein „Strich“ auf eine schwarze Steinplatte bestehend aus „lydischem Kieselschiefer“ oder synthetischem Quarz aufgetragen.
Dies erfolgt zusätzlich beiderseits mit einer sog. Probiernadel. Probiernadeln weisen an ihren Spitzen Legierungen bestimmter Feingehalte auf und dienen während der Untersuchung als Referenz.
Im Anschluss werden alle Striche mit einer speziellen Probiersäuren benetzt. Nach kurzer Zeit wird die Säure abgetupft und die Qualität der Legierung aufgrund der Veränderungen beurteilt.
Die gebräuchlichsten Prüfsäuren bestehen aus Salzsäure, Salpetersäure und Wasser. Sie reagieren empfindlich gegenüber Licht und sollten daher abgedunkelt gelagert und im Jahresintervall erneuert werden.

Weitere Aspekte

Steinbesatz auf alten Schmuckstücken stellt des Öfteren einen nicht unerheblichen Wert dar. Dieser wird bei den verschiedenen Einlösestellen sehr unterschiedlich bewertet.
Während die meisten Scheideanstalten Edelsteine gar nicht in die Bewertung einfließen lassen, weisen Edelsteinexpertinnen im Fachhandel durchaus auf die Besonderheiten des Steinbesatzes hin und können diesen auch dementsprechenden bewerten.
Goldschmiedewerkstätten sind zudem in der Lage, auf Wunsch Steine aus den Schmuckstücken zu entnehmen und nur das Metall zur Einlöse heranzuziehen. Die Edelsteine stehen dann für die Verwendung in neuen Juwelen wieder zur Verfügung.

Ein ähnlicher Sachverhalt besteht auch bei historisch wertvollen Punzen. Die sog. Fuchskopf-Punze wurde in Österreich in der Zeit von 1867 bis 1922 für kleine Goldgegenstände mit einem Feingehalt 580/000 verwendet. Sie erzielt im Antiquitätenhandel Preise, die den Goldwert oft deutlich überschreiten.
Zahngold besteht zumeist aus hochlegierten Legierungen (zB 800/000) und erzielt so wesentlich höhere Preise als Schmucklegierungen.

 

Zusammenfassende Hinweise

Um sicher zu gehen ist es unter Umständen ratsam, mehrere Angebote bei unterschiedlichen Unternehmen einzuholen.
Oft ist es von der Art des Altgoldes abhängig, wo man am den besten Einlösepreis erzielt.
Wenden Sie sich, entsprechend der Beschaffenheit des Altgoldes, an die ExpertIn Ihres Vertrauens.
Informationen über aktuelle Tagespreise für Edelmetalle finden Sie auf den Websites der Scheideanstalten, die von Münzen entnehmen Sie den Tageszeitungen oder der Fachpresse.

Für weitere Informationen steht Goldschmiedemeister Mag. (FH) Stefan Nikl unter 0650 301 75 88 sehr gerne zu Ihrer Verfügung!

 

 

Weitere Informationen & Links:

Aktuelle Ankaufspreise der Ögussa
Der Konsument: Link zum Testbericht
Punzierungsrechtliche Vorschriften

Quellen:

Theorie und Praxis des Goldschmieds, Brepohl
Lehrbrief 13 & 14, OSR Prof. Loopold Rössler
Kunden fragen – wir antworten, KR Gerhard Ellert & Prof. Leopold Rössler, 2009
Werkstattbuch, Karl Nikl